Breizh en France

Gwenn ha du

Bleu blanc rouge

Dass ich mit der historischen Region Breizh (bretonisch für Bretagne) beginne, statt mich vom französischen Gesamtstaat aus in die „Einzelteile“ unseres linksrheinischen Nachbarn vorzuarbeiten, geschieht aus persönlichen, emotionalen Gründen. Außerdem führen etliche Gebiete des Landes, ungeachtet des auf Paris fixierten Zentralismus, nahezu ein Eigenleben. Und das tun sie in vielerlei Hinsicht; landschaftlich sowieso, aber auch kulinarisch, sprachlich, kulturell, selbst sportlich (so gibt es etwa ein Fußball- und ein Rugby-Frankreich). Meine Frankreich-Karte ist subjektiv; auf ihr fehlen ganze Landesteile, während andere übergroß gezeichnet werden (mind mapping). Das mag man kritisieren oder beklagen, aber in der Geographie wie in der Kognitionspsychologie ist sowas seit 45 Jahren Usus.

 

Mit der Bretagne meine ich nicht alleine die offiziell kastrierte heutige Region aus den vier Départements Penn-ar-Bed (Finistère), Mor-Bihan (Morbihan), Il-ha-Gwilen (Ille-et-Vilaine) und Aodoù-an-Arvor (Côtes-d’Armor), sondern zähle – wie sehr viele Bretonen – auch das südöstlich anschließende Département Liger-Atlantel (Loire-Atlantique) rund um die frühere bretonische Hauptstadt Naoned (Nantes) dazu.

Alle Ortsnamen auf Bretonisch. Die unterschiedlichen Farben der Dots drücken unterschiedliche Grade der Intensität aus, die ich mit meinen Erlebnissen im jeweiligen Ort verbinde.

 

Lange vor Jörg Bong, Commissaire Dupin und Nolwenn

Frankreich ist meine zweite Heimat geworden, und die Bretagne sozusagen die erste Heimat in der zweiten Heimat. Das fing 1967 in den drei gelb unterlegten Orten an – deren französischsprachige Namen von West nach Ost Sainte-Marine, Bénodet und Le Loroux-Bottereau lauten -, und das hat sich unter aktiver Mithilfe der Astérix-Bände in den folgenden gut fünf Jahrzehnten immer weiter ausgebreitet und vertieft. Richtig ist, dass dort insbesondere auch meine Liebe zum Meer bedient wird.

Das ist aber keineswegs eine rein touristische Nähe, sondern der dortige Fußball (von der US Montagnarde über die Frauen von Quimper Kerfeunteun FC bis zum FC Nantes), die traditionelle Volkskultur (Fest-noz) und die darauf basierenden großen Festivals (Le Cornouaille in Quimper, Interceltique in Lorient), der breite Strauß an Musik (Alan Stivell, Gwendal, Tri Yann, Startijenn, Bagad Kemper, Nolwenn Leroy, Soldat Louis), die Einstellung vieler Menschen zum Leben einschließlich ihrer Streitbarkeit gegenüber Obrigkeiten, regionale kulinarische Köstlichkeiten (dabei bin ich bei Fisch wahrlich mächtig krüsch), selbst die für mich außerordentlich kompliziert zu lernende Sprache ergeben ein Gesamtbild, das mich immer mal wieder hat überlegen lassen, ob ich meinen Lebensabend nicht dort verbringen sollte, wo das postrevolutionäre Motto «Liberté – Égalité – Beurre salé» lautet und eigentlich um «Pâté de campagne» ergänzt werden müsste. Nach einem Sandwich pâté leck‘ ich mir die Finger ab; leider werden die in immer weniger Bar-Tabacs angeboten.

Barrikadenzeit

Denn als politisches Sahnehäubchen kommt obendrauf, dass es in ganz Europa nur wenige Standorte gibt, an denen die Bewohner den Bau eines Atomkraftwerks verhindern konnten; an der westlichsten Landzunge, der Pointe du Raz, in Prevel und Plougoñ (in Deutschland und dem restlichen Frankreich als Plogoff bekannt) war das der Fall. Und auch der Front – mittlerweile RassemblementNational der Familie Le Pen schneidet in dieser Region bei Wahlen stets schön schlecht ab.

Le Tour-du-Parc 2018: Mehr Hotel braucht es nicht.

Zwar weiß ich mittlerweile auch den Komfort eines guten Hotels, eines gemieteten Häuschens oder eines Wohnmobils zu schätzen. Aber wenn immer es sich einrichten lässt, zelte ich auch heute noch am liebsten. Spät abends in die Koje steigen und dabei das nahe Rollen des Meeres hören, nachts ab und zu das leise, beruhigende Trommeln eines Regenschauers auf dem Zeltdach und frühmorgens – geweckt von Vogelgezwitscher – aus dem Schlafsack krabbeln, in den Sonnenschein blinzeln und sich bald darauf auf den Weg zu Kaffee, Croissants und Tageszeitung begeben, ist für mich ein untrennbarer Teil von Vivre comme Dieu en France. Einziger Luxus, den ich mir dabei inzwischen leiste, sind ein qualitativ hochwertiges Kleinzelt und ein Standplatz mit eigenem Stromanschluss – die Rasur erfolgt weiterhin nass, aber Handy und Tablet fordern ihren Tribut. Wenn ich das mal nicht mehr kann, dann weiß ich, dass die Uhr runter tickt.

 

Impressionen und Einzelbilder

1967 mit fünf Jungs aus der A-Jugend meines WSC – ich selbst war erst 16 und noch in der B -, darunter mein späterer Mitabiturient Manni Sch., der viel zu jung gestorben ist, und Dirk F., der es als einziger von uns auf (drei) Bundesligaeinsätze gebracht hat ### Viele erste Male, so die Crêpes (mit Grand Marnier) und Galettes (mit Gemüse und Spiegelei, nahezu eine Hauptmahlzeit) oder das Mobylettieren per VéloSoleX in Bénodet ### Abendliches Tanzvergnügen von schnell (Le téléfon, Nino Ferrer) bis langsam (When a man loves a woman, Percy Sledge) ### Ein kaputter Reißverschluss am Strand von Sainte-Marine ### Élizabeth, 15-jährige Tochter eines Weingutbesitzers von der Loire, die im Open-Air-Kino meine Hand in ihre nahm, obwohl ihre Tante immer streng aufpasste, und in deren Elternhaus ich anschließend ein paar Tage zu Gast war – aber: rien n’allait plus … ### Zurück nach Deutschland per Anhalter durch das Loire-Tal auf der legendären RN 152 (Autobahnen waren damals in ganz Frankreich noch Mangelware) und anschließend über das Elsaß nach Wuppertal; über den Text «La guerre est finie» (Der Krieg ist vorbei) auf meinem beim Trampen hochgehaltenen Schildchen kam ich – gestikulierend und radebrechend – mit etlichen Autofahrern, die mich mitnahmen, ins Gespräch.

Rundreise 1980 mit Jürgen P. und Christiane B. im Peugeot 404: Vor einem Bar Tabac am Fischereihafen von Perros-Guirec bei aufgehender Sonne der erste Café crême nach durchfahrener Nacht ### Fest-noz in Kerlouan: auf der Bühne eine schottische Pipe Band mit einem Dirigenten, der sich nach jedem Stück zum Publikum hin umdrehte und sowas von zackig salutierte, dass er – hackevoll, wie er offenkundig war – umzukippen drohte ### In Le Pouldu der Zeltplatz, dessen Sanitärräume Christiane anregten, den Begriff  jeton de douche zu Duschetong (mit gaaanz weichem -sch-)  abzuwandeln, was ihr bis heute unter die Nase gerieben wird ### Ebendort auch das Resto, in dem ich mir immer gleich zwei Portionen Mousse au chocolat reservieren ließ ### Schließlich Portivy, wo Nathalie in der Hafenpinte bediente

Auch kleine Leuchttürme können reizvoll sein

Westlich von Quimper im Mai 2016: Ein echtes bretonisches Steinhaus mit einem gewöhnungsbedürftigen Bio-Klo, aber viel Charakter, der Atlantik noch schrumpelkalt, ein Bar-Resto mit entgegenkommendem Wirt und dem Pokalendspiel PSG vs. OM in der Glotze sowie eine megaleckere Crêperie im Dorf. Dass gerade mal wieder Streiks die Versorgung mit Benzin erschwerten, damit muss man in Frankreich rechnen, und damit kann ich umgehen; damit, dass sich die Dupin’sche angebliche Super-Speisewirtschaft l’Amiral in Concarneau als zu Unrecht hochgejubelter Vollflop erwies, hingegen schon weniger. Dafür gönnt man sich an jedem späteren Vormittag mit Blick auf Häfchen und Leuchttürmchen von Pors Poulhan die Triplette en terrasse, also Kaffee, Ricard, Cidre bzw. zur Abwechslung ein p’tit blanc. Oder kauft sich in Quimper bei Armor Lux den zweiten klassisch-bretonischen Fischerpullover seines Lebens – den mit den Knöpfen auf der linken Schulter. Und geht als Heide & Kulturbanause freiwillig in die Cathédrale Saint-Corentin, um deren unglaubliche Fülle wunderbar bemalter, knatschbunter Glasfenster zu bestaunen. Kurz gesagt: Schön war’s!

Weil ich mir nach dem Tod meiner beiden Eltern ein Sabbatjahr spendiert hatte, konnte ich im November 1997 endlich mal außerhalb des Sommerhalbjahrs in die Bretagne reisen, um Herbststürme an der felsigen Küste zu erleben. Was für ein Reinfall! Letzte Woche habe es einen mächtigen Sturm gegeben, erzählte mir ein Wirt in Camaret-sur-Mer, von wo aus ich zur Kuppe oberhalb der Pointe de Penhir fuhr; aber dort zerrte und ratterte nachts lediglich ein relativ müdes Lüftchen am Wohnmobil. Und in den Tagen darauf stand mein Fahrzeug direkt am Strand von Saint-Guénolé, wo ich den ganzen Tag, mit Shorts und T-Shirt, in der warmen Sonne herumdümpelte. Auch anderenorts keine berstenden Brecher, null tosende Winde, kaum Gischt, stattdessen blühende Hortensien: Printemps en novembre. Dat war wohl nix; genossen habe ich die Zeit dennoch. Denn für die Bretagne gilt: «Erfüllend selbst in der Enttäuschung».

Meine anderen Frankreichs

Camargue

Arles 1968 – Bohème allemande: Harald „Antek” K., Manfred „Kraftei” M., Axel K., Gerd „Knuff” H., Gerhard G., Udo H.

Als ich 1968 zum ersten Mal in Arles und Les Saintes-Maries-de-la-Mer war, war Letzteres zwar für Franzosen längst kein Geheimtipp mehr, wohl aber für reisefreudige touristische Horden aus Deutschland, Holland oder England. Entsprechend war die Mittelmeerküste noch nicht mit Appartementmonstern, Hotels und Marinas zugeschi… verbaut wie an der Côte d’Azur oder weiter westlich in La Grande Motte. 1970 pennte ich dort noch ganz polizeiungefilzt am Strand, musste mir allerdings in die Kapuze meines Schlafsacks ein Gazevisier gegen die Mücken einnähen. 1977 und 1979 hatte der Reiz des Midi soweit abgenommen, dass ich jeweils nur noch ein Wöchlein dort blieb. Dafür mitverantwortlich war auch, dass das Meer dort selten ordentlichen Wellengang aufwies, so dass ich meist im „Patschewasser” schwimmen musste – laaangweilig.

 

 

Landes de Gascogne

Richtigen Seegang, manchmal wahre Brecher und lebensgefährliche Unterströmungen lernte ich 1978 an der Biskayaküste kennen und lieben; die erste Fahrt dorthin war zugleich meine letzte große Reise per Anhalter. Cap de l’Homy, der Strand des ein paar Kilometer landeinwärts gelegenen Hauptorts Lit-et-Mixe, wurde für mich zum Schwimm-Eldorado: Only the strongest survive. Bis Mitte der 1990er wurde ich dort fast zum Eingeborenen mit Stammplätzen auf der Frühstücksterrasse von Maité und allabendlich in Fernands Bar gleich hinter der Düne, lernte Cous-cous, Merguez und Harissa aus original-algerischer Küche kennen, besuchte meinen ersten Stierkampf («Grand Gala comico-taurin», garantiert unblutig). 2011 waren Maité und Fernand persönlich nicht mehr aktiv, aber der Zeltplatz am Strand und das Meer davor waren praktisch unverändert. Und auch die massive Einschränkung neuer Bauflächen in den Wäldern und an der Küste hatte erfreulicherweise weiterhin Bestand.  Zudem existierte das familiengeführte Restaurant in Lesperon noch, wo ich in grauer Vorzeit mal drei Nachschläge von der aber auch sowas von köstlichen Potée genommen hatte und pappsatt war, bevor der Hauptgang aufgetragen wurde. 202x muss ich unbedingt noch mal wieder nach Aquitaine.

 

 

l’Alsace

Hotel Märchenschloss

… oder vulgo das Elsaß ist nicht nur zum Durchreisen nach West- oder Südfrankreich notwendig, sondern wunderschön, und das (a) kulinarisch sowie (b) zum darin Herumradeln. Das habe ich 1983 und 1993 jeweils 14 Tage lang mit fast erwachsenen Schülern und in den frühen 2000ern, bevorzugt im Herbst am Ende der Saison, wiederholt alleine per Rennrad ausprobiert. Flachstrecken im Oberrheingraben, hügeliges Gelände an der Route du Vin, steilere Anstiege am Osthang der Vogesen. Meine bevorzugte Gegend ist das Dreieck zwischen Sélestat, Ribeauvillé und Colmar. Eins-a-Flüssigkeiten-Tipp waren bis vor Kurzem die Obstbrände aus einer kleinen Destille in Maisonsgoutte; leider ist der Sohn der Familie Hubrecht eine Null – und ich hab‘ nur noch wenige Flaschen im Keller. Meine absolut präferierte Unterkunft ist das Hotel la Clairière (immer Zimmer 10) am Waldrand von Guémar.

 

 

 Der Norden

Die gleich südlich der belgischen Grenze gelegene Region habe ich erst relativ spät als eigenständig wahrgenommen und schätzen gelernt, obwohl ich dort seit 1967 sehr häufig durchgefahren bin – egal, von wo in Deutschland, fast egal, wohin in Frankreich es ging. Tatsächlich existieren westlich der Ardennen sogar drei Nordens: Der küstennahe Teil der Départements Nord und Pas-de-Calais ähnelt, die landeinwärts gelegenen unterscheiden sich. Die Umgebung von Lille, Valenciennes und Cambrai ist textilindustriell geprägt, diejenige von Lens, Béthune und Arras hingegen  ein ausgedehntes, ehemaliges Kohlebergbaurevier mit sichtbaren Überbleibseln. Vieles dort ähnelt Nordrhein-Westfalen, einschließlich des Niedergangs dieser Industrien seit den 1960ern. Für einen Ruhrpott-Romantiker wie mich sind das – bei allem optischen Verfall vor Ort, dem Wissen um die anhaltenden Probleme des Strukturwandels und der Einsicht in die Notwendigkeit des Verzichts auf fossile Energieträger – Eindrücke, die im Kopf ganz viele positive Bilder und Filmchen auslösen.

Der Norden hat aber noch mehr zu bieten. Dazu gehört der Südzipfel des belgischen Hennegau (in Frankreich: Hainaut), eine ehemalige Grafschaft im Heiligen Römischen Reich, die den Mediävisten interessiert. Dazu gehört aber ebenso eine „explosive”, dabei gaumenverwöhnende Käsespezialität namens Maroilles de Thiérache. Und nicht zu vergessen die im Film Bienvenue chez les Ch’tis liebevoll-klischeehaft beschriebenen Eigenarten der dortigen Bevölkerung.

Ich hätte ja Place de Caudry vorgezogen

Purer Zufall oder schicksalshafte Fügung? Mit Caudry, einem der letzten Zentren der industriellen Spitzenproduktion, hat Wedel dort seit 1985 eine Partnerstadt. Kaum Ratsherr geworden, habe mich für diese Achse der Völkerverständigung engagiert, die sich da allerdings in einem Dämmerzustand befand und fast nur noch durch wechselseitige Besuche der Rathaus-Honoratioren am Leben gehalten wurde. Nach meiner ersten Teilnahme an einem solchen Kurzbesuch erreichte ich mit einem Antrag, dass die rue de Wedel in Caudry endlich ein Pendant an der Elbe bekommt; seither trägt mein Lieblingsort am zentrumsnahen Mühlenteich offiziell den Namen Caudry-Platz. Zudem haben der Wedeler TSV und die Entente Sportive de Caudry begonnen, im Wechsel Turniere mit hauptsächlich jugendlichen Sporttreibenden der beiden Vereine auszurichten.

Wedels Partnerstadt

Auf Initiative eines anderen Wedeler Neubürgers haben er und ich Anfang 2020 ein Konzept entwickelt, wie man diese Zusammenarbeit auf mehr Schultern und breitere Füße verteilen könnte. In Caudry gibt es schon lange ein aktives Partnerschaftskommitee, und in Wedel hat sich daraufhin ein erster Kreis Interessierter zusammengefunden. Die Corona-Pandemie hat zwar nicht unseren Elan, wohl aber eine Französische Woche bei uns oder ein Treffen in Nordfrankreich zunächst gebremst – ich selbst habe die französischen Freunde zuletzt im März 2020 besucht, einen Tag, bevor verschärfte Restriktionen in Kraft traten.

 

 

Bourgogne

Das Reizvolle an diesem Teil des zentralen Frankreich war, dass ich ihn 1999 drei Wochen lang ausschließlich von der Wasserseite „erfahren” habe, und das im doppelten Wortsinn. Per pénichette (ein 12-Meter-Hausboot) auf den Kanälen zu schippern war für mich absolut neu, entschleunigend und erholsam, natürlich auch dort mit allem versehen, was die regionalen Küchen und Keller an den Anlegestellen hergaben. Wir fuhren mit Bordhund Ela über den Canal de Bourgogne, auf der Yonne, dem Embranchement de Vermenton und dem Canal du Nivernais, von Saint-Florentin über Auxerre nach Clamecy und zurück. – Wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gab, dann die extrem hohe Zahl an Schleusevorgängen: Kaum gibt man Gas, schon bremst man wieder.

 

 

Paris ist Paris ist Paris.

Mehr Worte braucht es nicht. Vielleicht bis auf dies: Das Blutbad, das Claudia und ich zu Silvester 1975 (oder war’s 1974?) in einem Hotel am Boul‘ Mich‘ veranstalteten, trübte meinen Eindruck von dieser Hauptstadt der Welt nicht wirklich.

 

 

Les Deux Alpes

Ende der 1960er einmal dortgewesen +++stop+++ einmal versucht, Ski zu fahren +++stop+++ Gertrud hatte auch kaum Zeit für mich +++stop+++ nach zwei Tagen war ich wieder weg. +++stop+++ Aber bei der Tour de France schau ich mir die Alpen immer gerne an.

 

 

Bailliage de Jersey

Ein bisschen Bretagne, ein bisschen Normandie, vor allem aber viel Südengland – dieses Eiland ist tatsächlich die einzige französische Insel, die ich bisher betreten habe. 1987 gurkte ich während zweier Wochen per Rad zwischen dem Zeltplatz in Saint Brélade, der Hauptstadt Saint Hélier und der Grève de Lecq an der Nordküste umher – als Teil einer Reisegruppe aus etwa zehn münsterländischen Anfangszwanzigern, zwei nordelbischen Greisen (Anno U. aus St. Pauli und ich) und einer Reiseleiterin, die sich allem bereitwillig, ja, dankbar anschloss, was wir Altvorderen vorschlugen und selbst in die Hände nahmen. Dies trug ihr den Spottnamen „Leisereiterin” ein.

Jersey ist pures British Crownland, einschließlich des Linksverkehrs, der Währung und der Aussprache all der französischstämmigen Ortsnamen. Damit passt die Insel einerseits schon, andererseits aber auch wieder nicht richtig auf diese Seite.

 

Le Fleurdelysé

Und dann hab‘ ich da noch einen Traum – einmal in meinem Leben

Québec

entdecken und erkunden! Landkarte, Stadtpläne (Montréal gehört auch dazu) und Reiseführer habe ich schon, an meinem Wedeler Fahnenmast flattert gelegentlich die Provinzflagge mit den vier weißen Lilien. Direkt in Frankreich liegt das zwar nicht, ist aber offenbar so französisch und dazu so selbstbewusst («Québec libre»), wie es in Nordamerika nur geht.

Blöderweise stehe ich mir da allerdings selbst etwas im Weg; ich habe keine Flugangst, bin schon nach Andalusien, der Algarve und zweimal Fuerteventura aeroplaniert, dabei jeweils auch wieder gut zurück- und ′runtergekommen. Aber das war zwischen 1975 und 1989. Richtig gerne fliege ich nicht, und das nicht nur aus ökologischen Gründen (CO2-Fußabdruck). Mithin: Wenn das noch was werden soll, muss ich mir wohl mal kräftigst in den Allerwertesten treten, und das am besten, solange ich dafür noch gelenkig genug bin.