Aus meiner Feder

Selbst Texte zu schreiben und zu veröffentlichen hat bei mir eigentlich erst im 21. Jahrhundert begonnen. Vorher gab es lediglich eine Handvoll Schnipsel: 1965 einen aus eigener Praxis entstandenen „Leitfaden für Zeitungsboten” in unserer Schülerzeitung Die Diestel, 1975 ein paar politisch-satirische Texte in der Spontan-Rubrik «Kurz und würzig», 1979 einen von der Badischen Tabakmanufaktur kurzzeitig verwendeten Werbe-Limerick für deren Marke Schwarze Hand, zur Dezember-Wahl 1982 einen Appell gegen die immer noch drohende Flächensanierung von Altona-Altstadt („Was die alliierten Bomber nicht geschafft haben, das schafft Hamburgs Senat”) im Rechenschaftsbuch meiner Partei und 1999 einen Zeitungsartikel über Adolf Jäger, Altonas größten Fußballer.

Während meines Sabbaticals begann ich mit dem Verfassen eines Buches über die großen Züge der Altonaer Stadtgeschichte bis in die unmittelbare Gegenwart. Dieses „Frittenbudenballaden. 500 Jahre Leben in Altona – 30 Jahre Politik für Altona” betitelte Manuskript ist nie fertig geworden. Auszüge daraus verwende ich heute für gelegentliche bezahlte Vorträge.(<werbespot>Ja, man kann mich gerne buchen!</werbespot>)

Stattdessen ist ja mit dieser Website nun eine Autobiographie entstanden, nicht zwischen zwei Pappdeckeln, aber dafür in einem noch nicht abgeschlossenen Prozess des weiteren Ausbaues (insbesondere auf den einzelnen Unterseiten von «Vita», «Politik» und «Interessen»).

Schon im Studium hatte ich zudem eine empirische Untersuchung des Einkaufszentrums Neue Große Bergstraße (Branchenbesatz, Käuferverhalten, Auswertung einer Kundenbefragung) vorgenommen. Zur Jahrtausendwende erschien in dem Buch Der Stuhlmannbrunnen ein Kapitel aus meiner Feder über dieses Mega-Symbol der Unterschiedlichkeit von und Konkurrenz zwischen Altona und Hamburg. Nicht zuletzt ist diese Website in Teilen ja auch eine Altonensie.

Seit Februar 2005 schreibe ich Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia, bei der ich 15 Monate später zudem zum Administrator gewählt wurde. Wie nicht anders zu erwarten, fuchste ich mich zunächst in Artikel über Altona ein; aber meine breit gestreuten anderen Interessen forderten schnell ihr Recht – und bekamen es. Mittlerweile habe ich dort rund 1.200 Artikel (plus einen in der französischsprachigen Wikipédia) abgefasst. Ein bisschen stolz bin ich darauf, dass einige dieser Machwerke mit dem Prädikat „exzellent” oder „lesenswert” ausgezeichnet worden sind. Wenig verwunderlich, dass auch diese Prämiierten oft einen über den Tellerrand ihres Kernthemas hinausgehenden Blick eröffneten.

Das sind diese 29 (die Exzellenten tragen ein *chen):

Fußball in Frankreich  Ligue 1*, Division 1 Féminine*, Französischer Fußballpokal*, Französische Fußballnationalmannschaft*, Fiasko von Knysna (Les Bleus bei der WM 2010), Fußballauswahl des FLN* (während des Algerienkriegs), Französische Fußballnationalmannschaft der Frauen*, Stade de Reims*, Edmund Weiskopf, Raymond Kopa*, Mario Zatelli, Egon Jönsson

Fußball in Deutschland  Rudolf de la Vigne, Horst Szymaniak*

Altona und …  Fuß-/Handball (Union 03 Altona), Politik (Paul Moder*, August Kirch), Geographie & Ökologie (Wedeler Au*)

Musik  Laura Nyro*, The Shangri-Las, Eli and the Thirteenth Confession (eine, besser, die Nyro-LP), dazu Artikel über einzelne Chansons (Nathalie* und L’orange* von Bécaud, Le bal des Laze von Polnareff, La chanson de Jacky* von Brel) und andere Songs (Cam ye o’er frae France, ein historisch-politisches Spottlied aus Schottland, das Volkslied Tri martolod* aus der Bretagne sowie Lorne Greenes Sprechgesang-Western Ringo)

Anderes  Freundschaftsbrücke (Nachbarn und Völker verbindendes Verkehrsbauwerk zwischen Kleinblittersdorf im Saarland und Grosbliederstroff in Lothringen)

Stades historisches Trikot. Man beachte die Champagnerbuddel im damaligen Vereinslogo.

Zudem habe ich im Frühjahr 2011 den WP-Schreibwettbewerb gewonnen (mit Stade Reims), was einem Sportartikel bis einschließlich 2020 ansonsten noch nie vergönnt war. Im selben Jahr entstand aus meiner intensiven Beschäftigung mit diesem Fußballklub Champagner-Fußball. Die prickelnde Geschichte von Stade de Reims als 270-seitiges Book on Demand. Dazu hatte ich auch in französischen Archiven nachgeforscht und Interviews mit Spielern geführt, die bei den Rot-Weißen in deren bester Zeit (1949 bis 1962) gekickt hatten. Wofür sich ein solides Studium der historischen Wissenschaft doch manchmal lohnt! Und wie ich gerne zu sagen pflege: Fußballgeschichte ist Sozialgeschichte.

 

Über meine Arbeit in Wikipedia wurde Hardy Grüne 2016 auf mich aufmerksam. In dem von ihm und Frank Willig herausgegebenen, vierteljährlich erscheinenden Zeitspiel – Magazin für Fußball-Zeitgeschichte finden sich seither Wuttikel. Nachdem ich die beiden lange genug genervt hatte, gab es 2018 zum ersten Mal einen Themenschwerpunkt Frauenfußball; muss ich erwähnen, dass der auch einen umfangreichen Beitrag von mir über Frankreichs kickende Femmes enthielt? – Derzeit sitze ich an einem längeren Beitrag für ein von Hardy herausgebenes Buch, das 2021 erscheinen soll.