Dass uns Menschen für immer verlassen, gehört zu den unabänderlichen, alljährlichen Normalitäten des Lebens. Ebenso, dass mit fortschreitender Zeit zunehmend weniger Neue hinzukommen – wobei ich in diesem Sommer durchaus eine als Glück empfundene Wiederbegegnung verzeichnen konnte. Bei den 2025er Verlusten trauere ich – pars pro toto – um vier Musiker, die mich lange begleitet haben: Marianne Faithfull, Tom Lehrer, Connie Francis und Dieter Süverkrüp. Dabei vergesse ich nicht diejenigen, die auch 2026 mein Leben noch bereichern werden.
Aber es sind manchmal nicht nur Menschen (und andere Lebewesen), die endgültig weggehen und die man als unersetzlich empfindet. In meiner Stadt ist ein solcher Fall im abgelaufenen Jahr gleich dreimal eingetreten. Ich meine den Verlust von drei Läden, die ich seit meinem Herzug frequentiert habe und denen ich diese Traueranzeige widme: Schmietendorfs Spargelfelder nebst Hofladen sind Vergangenheit, ebenso der Elektronikmarkt Euronics mit gründlicher persönlicher Beratung und Notfallbetreuung. Schließlich musste Hackradt, Wedels letzter Bäcker- und Konditormeister mit eigener Backstube, seinen Qualitätsladen ganz in meiner Nähe endgültig schließen. Es ist nur ein winziger Trost, dass dafür kein Todesfall verantwortlich war.
Diese drei Nie-wieders sind Verluste für den Alltag. Das macht sie kaum weniger schmerzlich und es ist auch keine Hilfe, zu wissen, dass diese Entwicklung ein Symptom der fortschreitenden Veränderungen im Einkaufsverhalten vieler meiner Mitmenschen ist. Online-shopping ist eine ansteckende Pest, gegen die es keine Medizin zu geben scheint, egal, ob sich ein paar Altvordere das wünschen oder die Linde rauscht.